Der Beruf der Hebamme ist ein verantwortungsvoller Beruf, der die Schwangere um den Zeitpunkt der Entbindung unterstützt. Die Betreuung beginnt bereits mit Geburtsvorbereitungskursen, im Mittelpunkt steht natürlich die Entbindung und endet schließlich mit der Begleitung des Neugeborenen und der Mutter in der ersten Zeit nach der Geburt. Dabei unterscheidet sich das Berufsbild in vielen Facetten. Manche Hebammen arbeiten im Angestelltenverhältnis in einer Klinik im Kreißsaal und auf Wochenbettstationen. Andere bevorzugen die Selbstständigkeit und haben sich auf bestimmte Spezialgebiete spezialisiert. Dazu gehört neben der Abhaltung von Geburtsvorbereitungskursen auch die Leitung von Hausgeburten. Ebenso wird von freiberuflichen Hebammen die Wochenbettbetreuung und Stillhilfe angeboten. Ärzte dürfen im Übrigen nur im Ausnahmefall eine Geburt ohne die Unterstützung einer Hebamme durchführen. Das wurde sogar gesetzlich verankert.
Die Ausbildung erfolgt in Deutschland in speziellen Hebammenschulen. Diese sind an Kliniken angeschlossen, um den praktischen Teil der Ausbildung zu gewährleisten. Die Anforderungen an angehende Hebammen in Deutschland ist der Abschluss der mittleren Reife. Laut Gesetz wird auch ein Hauptschulabschluss mit einer anschließenden zweijährigen Berufsausbildung anerkannt. Die Praxis zeigt aber, dass die meisten bereits mit einem Abitur aufwarten können. In den Nachbarländern, wie der Schweiz und Österreich, ist es bereits gang und gäbe die Ausbildung an einer Fachhochschule mit einem Bakkalaureat abzuschließen. Die Ausbildung läuft über den Zeitraum von drei Jahren und umfasst 1.600 theoretische Stunden und 3.000 praktische Stunden. Dabei kommen die Schülerinnen nicht nur im direkten Entbindungsbereich, dem Kreißsaal, zum Einsatz. Auch werden erste Erfahrungen auf den Wochenstationen und Kinderzimmern der angeschlossenen Klinik gesammelt. Mit dazu gehört auch ein Praktikum im Operationsbereich für Schnittentbindungen, in der Kinderklinik und im außerklinischen Bereich.
Den Abschluss der vielseitigen Ausbildung bildet eine kommissionelle Prüfung in Theorie schriftlich und mündlich und im praktischen Bereich im Rahmen einer sogenannten „Examensgeburt“. Falls ein Teil der Prüfung nicht bestanden wird, kann dieser jeweils einmal wiederholt werden. In Österreich und der Schweiz sind die Prüflinge bei Bestehen berechtigt, im Namen das Kürzel BSc (Bachelor of Science) zu führen. Deutschlandweit hat jedes einzelne Bundesland eigene Vorschriften beziehungsweise Empfehlungen für die Fortbildung von Hebammen herausgegeben. Bayern zum Beispiel empfiehlt innerhalb von drei Jahren mindestens vierzig Fortbildungsstunden. Sachsen dagegen stellt seinen Hebammen völlig frei, wann und wie viele Stunden sie in die Fort- und Weiterbildung investieren möchten. Allerdings wird aber auch verlangt, dass die Fachkenntnisse immer auf dem neuesten Stand zu halten sind. Bundesweit findet sich ein reges Angebot an fachspezifischen Weiterbildungsangeboten für Hebammen. Der Beruf der Hebamme ist ein sehr schöner und verantwortungsvoller Beruf, der in seiner Vielseitigkeit im Pflegebereich kaum zu überbieten ist.