Hebamme – ein besonderer Beruf

Hebamme wird man nicht nur, um einen Beruf zu lernen, sondern weil man sich berufen fühlt. Anderen helfen, die in einer besonderen Lebenslage sind – das ist für viele Frauen Ansporn, sich für die dreijährige Berufsausbildung zu bewerben. Der Hebammenberuf vereint in sich viele ganz unterschiedliche Tätigkeiten, sodass man fast von mehreren Berufen in einem sprechen kann.

Als Hebamme arbeitet man dort, wo das Leben beginnt. Dort, wo ein Menschenleben startet, wo eine Familie entsteht, wo eine Frau Mutter und ein Mann Vater werden. Eine Geburt ist für alle Beteiligten bahnbrechend. Ein Ereignis, das alles aus den Fugen bringen kann und es nicht selten auch tut.

Als Hebamme hat man die wunderbare Aufgabe, diesen Anbeginn eines Menschenlebens zu schützen und zu unterstützen. Jede Geburt ist ein Neuanfang. In ihm liegt eine ganze Welt. Auch wenn jede Geburt einzigartig ist und die Akteure immer als Individuen gesehen werden, entwickelt die Hebamme so etwas wie Routine und kann damit denen, für die alles neu ist, Stütze sein. Sie kann beruhigen, wenn es aufregend wird, und kann ermutigen, wenn es schleppend wird.

Die Hebamme vereinigt in sich vielerlei Fähigkeiten und stärkt so die Kräfte der Menschen, die sich ihr anvertrauen. Alles baut auf dem großen medizinischen Fachwissen auf, das sich die Hebamme in ihrer Ausbildung oder in ihrem Studium erarbeitet. Darüber hinaus sammelt sie praktische Erfahrung in der Geburtshilfe und im Umgang mit Menschen. Je mehr sie von erfahrenen Hebammen und anderen Geburtshelfern lernen kann, je mehr klassische Geburtsverläufe und atemberaubende Wendungen sie miterlebt, desto sicherer wird sie in sich selbst.

Eine Hebamme hat keinen Nine-to-Five-Job. Kinder kommen nicht zur Welt, wenn es in den Terminkalender passt, sondern einfach dann, wenn es so weit ist. Als Stütze für die werdenden Mütter muss man an diesem Punkt eigene Befindlichkeiten oft zurückstellen. Eine Hebamme muss da sein, wenn sie gebraucht wird. Sie muss stark sein, wenn um sie herum alles schwach wird.

Sie muss das Vertrauen der Mutter in deren Kraft stärken und intuitiv das Richtige tun, wenn kaum Zeit zum Überlegen zu sein scheint. Das gelingt am besten, wenn Hebamme und Mutter sich bereits vor der Geburt in einem Gespräch oder im Geburtsvorbereitungskurs kennenlernen können.

Neben der klassischen Geburtshilfe und Nachbetreuung gehören Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse zum Aufgabengebiet einer Hebamme. Um alles unter einen Hut zu bekommen, ist ein großes Maß an Organisation gefragt.